26 Years Diary
Im Januar 2001 verlor der koreanische Student Lee Su-hyun sein Leben bei dem Versuch einen betrunkenen Mann in der tokioter U-Bahn zu retten. Su-hyun wartete auf seine Bahn als der Mann vom Bahnsteig auf die Gleise stürzte. Ohne zu zögern sprang Su-hyun zusammen mit einem anderen Japaner auf die Gleise, um den gestürzten Mann vor einem näher kommenden Zug zu retten. Leider kamen sie zu spät und alle drei wurden erfasst und getötet.
Der Vorfall machte sowohl in Japan als auch in Korea Schlagzeilen und der selbstlose Tod des 26-jährigen berührte Menschen auf beiden Seiten der Japanischen See gerade in Hinblick auf die deutlichen Ressentiments, die beide Länder gegenüber ihren Nachbarn hegen.
Bereits im letzten Jahr wurde der japanische Film “26 Years Diary” (あなたを忘れない) veröffentlicht und ist nun auch in Korea angelaufen. Das Melodrama konzentriert dabei weniger auf den finalen, heroischen Akt, sondern beschäftig sich vor allem mit den Jahren, die der junge Mann vor dem Zwischenfall in Tokyo verbracht hat.
In den Hauptrollen sind Lee Tae-sung (als Su-hyun) und die japanische Popsängerin Maki Onaga (als Yuri) zusehen. Der Hauptteil des Films dreht sich auch um diese beiden, deren anfängliche Freundschaft sich nach und nach zur Liebe entwickelt.
Ein Kritikpunkt sind sicherlich die Klischees, die in dem Film gezeichnet werden. So ist Su-hyun nicht nur gut aussehend und ein guter Gitarrenspieler, sondern anders als seine japanischen Freunde auch tief in den koreanischen Traditionen verankert. Nun ja, so wie wir Deutschen uns Wunschvorstellungen von Frankreich, Italien oder Schweden zurechtlegen, so ist dasselbe halt auch bei den Japanern und Koreanern der Fall.











